|
Ansitze
|
Ich betrachte die folgenden Seiten im Augenblick
noch als eine Art Material-Sammlung. Haftung ausgeschlossen: ***
Ohne den Bau von Hochsitzen oder die Arbeit an Hochsitzen wäre die Jagd für mich nur halb so spannend. In der Zeit, als ich noch als Lehrer unterrichtete, war es für mich die schönste Entspannung, nach der Schule mein werkzeug ins Auto laden zu können und einen Hochsitz zu bauen oder zu reniovieren. Vom Vorpächter standen noch eine ganze Reihe Kanzel-Ruinen im Revier, die - wenn überhaupt - nur mit äußerster Vorsicht bezogen werden konnten. Sie einzureißen kam mir nicht in den Sinn. Die gefährlichsten habe ich durch Wegnahme der unteren Sprossen unbrauchbar gemacht, andere habe ich sukzessive saniert. Jetzt steht eine weitere Sanierungsrunde an. Wegen der Größe des Reviers und der linken Hände meiner Mitjäger blieb die Arbeit fast ausschließlich an mir hängen. Jetzt, da ich pensioniert bin, finde ich die Zeit, in jedem Monat zumindest eine Leiter oder Kanzel zu bauen oder von Grund auf zu sanieren. Mit der alten Schlafkanzel habe ich begonnen. Einen kurzen Bericht darüber finden Sie auf der Seite 'Ansitze sanieren'. Dort, wo keine Ansitze standen, wo aber neue Ansitze gebraucht wurden, habe ich neue Leitern und Kanzeln gebaut. Zuerst kleine Kanzelböcke rund um die Maisfelder, später auch höhere Kanzel-Böcke im Bestand. Jetzt gehe ich daran, die Kanzelböcke mit Dächern zu versehen und sie zu halb geschlossenen Kanzeln auszubauen. In der nächsten Woche werde ich eine weitere alte Kanzel sichern und sanieren. Dann folgt der Neubau zweier ziemlich hoher Leitern. Den nachfolgenden Drückjagdbock habe ich an eine Waldwiese umgestellt und mit einem Dach versehen. Bei einer Brüszungshöhe von 350 cm bietet er einen perfekten Blick auf die obere Wiesenhälfte. Die hohe Kanzel für die untere Wiese ist inzwischen so eingewachsen, dass sie umgestellt werden muss. Das soll noch im November passieren. Bei ihrer Gesamthöhe von 7 Metern muss sie abgeseilt oder mit einem Traktor sanft niedergelegt und wieder
In der Waldecke an der alten Erzverladestation plane ich eine neue Kanzel
Die kleine Feldkanzel hat während der Erntezeit ihre Pflicht
erfüllt. Sie wird bis zum nächsten Sommer hinten am Waldrand zwischengelagert. Am linken Rand der Fichtengruppe hinter dem kleinen Strom-Häuschen erkennt man den Oberbau einer alten Leiter. Bei einem der letzten Stürme ist ihr Dach weggeflogen. Ansonsten ist sie noch stabil und funktionssicher. Dennoch plane ich für diese Ecke eine komplett neue Kanzel. Weil ich als Pensionär inzwischen mehr Zeit habe, soll die Kanzel so groß werden, dass man während der Wildschadenszeit dort auch einmal übernachten kann. Außerdem fällt mir das lange Sitzen immer schwerer. Da bin ich froh, mich auch einmal strecken zu können. Im Unterbau der Kanzel möchte ich angesichts des 7 qkm großen Reviers ein kleines Material-Lager einrichten, um wichtige Dinge in diesem Revierwinkel immer greifbar zu haben. Diesem Wunsch entsprechend werden die Maße bei etwa 200 x 130 cm liegen. Da der vorherrschende Westwind vom Wald nach rechts ins Feld bläst, reicht eigentlich sogar ein Erdsitz. Um aber besser ins Getreide hineinschauen zu können, plane ich eine Bodenhöhe von etwa 3-4 Metern.
Es gibt verschiedene Varianten, Ansitze für die Jagd zu bauen. Die einfachste Variante ist der Ansitzschirm, die aufwändigste Variante die Hochwildkanzel mit Balkon. Wir stellen Ihnen alle Varianten in Bild, Theorie und Praxis vor. In deutschen Revieren ist die Ansitzjagd aus gutem Grund besonders geschätzt. Für die Ansitzjagd bauen Jäger Schirme, Leitern und Kanzeln. Dieses Kapitel handelt davon. Hochsitze Schon lange machen sich Jäger die Vorteile erhöhter Ansitzpunkte zunutze. Hochsitze - einfache Baumsitze, Ansitzleitern und Kanzeln - bieten dem Jäger einen besseren Überblick, lassen ihn sicherer schießen und machen ihn unabhängiger von den herrschenden Windverhältnissen. Ob sich der Jäger für eine Ansitzleiter, eine geschlossene Kanzel oder eine der vielen Zwischenformen entscheidet hängt vor allem von den jagdlichen Möglichkeiten ab, nicht unerheblich aber auch von den jagdlichen Zwängen der Abschußerfüllung und der Wildschadensverhütung.Konstruktion und Ausführung aller Ansitzeinrichtungen richten sich nach einer Reihe von Gesichtspunkten, von denen die beiden wichtigsten schon an dieser Stelle aufgeführt werden sollen:
Die Wahl des Standortes für einen Hochsitz hängt von den jagdlichen Bedingungen im Revier ab. Ein gut gewählter Platz ist für den Jagderfolg entscheidender als die Art oder Höhe der Ansitzeinrichtung. Der Platz für eine Leiter oder eine Kanzel soll so gewählt werden, daß der Jäger sie ohne Störung beziehen und velassen kann. Nur so bleibt das Wild vertraut, und läßt sich sicher ansprechen und erfolgreich bejagen. Deshalb gehören Ansitze weder in die Einstände des Wildes hinein noch direkt an den Rand einer Dickung. Schon beim Anmarsch bemerkt das Wild den unvorsichtigen Jäger und tritt unbemerkt an einer anderen Stelle aus.Deshalb berücksichtigen wir bei der Planung des Hochsitzes die möglichen Anmarschwege. Wir richten den Hochsitz so aus, daß wir weder beim Angehen noch auf dem Heimweg die Wechsel des Wildes überlaufen, da wir uns sonst selbst um Anblick oder gar jagdlichen Erfolg bringen. Unvorsichtige Jäger haben heimliches Wild. Aus diesem Grund verzichten alte und erfahrene Jäger so gut es geht auf heimliche und stille Pirschpfade. Sie benutzen nach Möglichkeit häufig begangene und befahrene Wege zur Kanzel. Allenfalls für die letzten Meter legen sie einen gedeckten Pirschpfad an. Der jagdliche Erfolg gibt ihnen Recht. Der Wind Bevor wir eine Kanzel oder eine Leiter errichten, versuchen wir, soviel wie möglich von den Windverhältnissen in Erfahrung zu bringen. Das ist schwierig und vor allem langwierig, weil der Wind abhängig von der Wetterlage, aber auch von den Tageszeiten und Jahreszeiten wechseln kann. Weil Windverhältnisse von vielen Faktoren abhängen, verzichte ich darauf, die eine oder andere halbwegs verläßliche Regel anzugeben und empfehle Ihnen statt dessen, die jeweiligen Windströmungen empirisch, also durch Erfahrung und Beobachtung zu ermitteln. Dabei hilft eine mobile Leiter. Diese stellen Sie für einige Zeit dort auf, wo sie eine feste Ansitzleiter oder eine Kanzel errichten wollen. Tritt das Wild - zumindest bei der vorherrschenden Windlage - weiterhin vertraut aus, so ist der Standort gut gewählt. Springt das Wild jedoch schon kurz nach dem Austreten ab, suchen Sie eine geeignetere Stelle für den geplanten Sitz. Mit Seifenblasen können Sie kleinräumige Windströmungen gut verfolgen. An Waldrändern, auf kleinen Blößen oder in engen Tälern. Auch mit einem nicht mehr ganz so prall gasgefüllten Luftballon. Zuverlässiger und vor allem weiträumiger erkennen Sie die Windrichtung mit Hilfe von Rauch. Ein Rauchtopf, in der Höhe des geplanten Sitzes befestigt, zeigt zuverlässig die Windströmung auch über längere Strecken. Selbst wenn Sie den Rauch nicht mehr sehen können, können Sie Ihn noch auf hundert und mehr Meter riechen. Sie werden staunen, welch verschlungene Wege der Wind einschlagen kann. Wer sich unabhängiger von herrschenden Windverhältnissen machen will, errichtet an allen wichtigen Blößen, Feldern, Wiesen oder Kahlschlägen zwei sich gegenüberliegende Ansitzeinrichtungen. Je nach der vorherrschenden Windlage beziehen Sie die eine oder die andere Kanzel oder Leiter. Den einfühlsamen Jäger erkennt man an vertraut austretendem Wild. Man könnte einen großen Teil des Abschusses im Revier ganz ohne Hochsitze erfüllen. Es gibt aber vor allem zwei gute Argumente, die Jagd vornehmlich von Hochsitzen aus auszuüben:
Möglichst störungsfreie Bejagung Aspekt wird an dieser Kanzel besonders deutlich. Sie liegt an einem häufig begangenen und befahrenen Feldweg. An dieser Stelle ist das Wild die menschliche Witterung durchaus gewöhnt. Wegen der günstigen Lage ist diese Kanzel gut zu erreichen und kann auch ohne größere Störungen des Wildes wieder verlassen werden.
Kanzel für Naturliebhaber. Bei gutem Wetter sitzt man auf dem Kanzelbalkon, Kanzel mit Weitblick und Innenaufstieg Wenn Sie das Bild aufmerksam betrachten, erkennen Sie, Kanzeln mit Innenaufstieg sind nicht jedermanns Sache. Ich persönlich
schätze sie, Anmerkung zur Konstruktion: Die Traum-Kanzel So stellt man sich Herbstwald und Brunftkanzel vor. Zur Jagd ist sie inzwischen aber weniger geeignet. Es braucht nicht mehr als einen Nachmittag, um die Stangen für eine solche Feldkanzel zu schneiden, zusammenzufügen und den Kanzelbock aufzustellen. In einer guten Stunde sind Boden, Sitzbank und Brüstung fertig. Schon am Abend können Sie die zu Schaden gehenden Sauen abpassen. In den WorkShops Hochsitzbau bauen wir Hochsitze aller Art.
Jäger sind in aller Regel auch Handwerker. Sie müssen mit allen gängigen Holzbauwerkzeugen vertraut sein. Für meine ersten Leitern und Kanzeln habe ich Stangen und Sprossen noch mit Bügelsäge und Muckis gesägt. Inzwischen ist die Motorsäge unverzichtbares Handwerkzeug für viele Revierarbeiten geworden. Weil der Neuaufbau eines Reviers ein interessantes Thema ist, konnte ich www.stihl.de gewinnen, uns beim Aufbau des Reviers zu begleiten und zu unterstützen. Die Zusammenarbeit startet mit dem WorkShop...
Lektion 1 - Die Motorsäge Ohne Motorsägen ist die Revierarbeit heute nicht mehr vorstellbar. Die Stangen und Konstruktionshölzer für meine ersten selbst gebauten Kanzeln habe ich in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts noch mit Bügelsäge und Fuchsschwanz geschnitten. Dank moderner Motorsägen säge ich heute Stangen und Konstruktionshölzer in kürzester Zeit und mit großer Präzision. Am Beispiel einer der modernen Motorsägen von STIHL. lernen wir zunächstb alle alle wichtigen Bauteile und Eigenschaften von Motorsägen kennen. Am Beispiel der STIHl MS 310 aus der Farmerklasse schauen wir uns die für die Handhabung wichtigen Features einer modernen Säge genauer an.
Lektion 2 - Sicherheit
Lektion 3 - Säge vorbereiten - Tanken
Lektion 5 - Wir starten unsere Motorsäge
Lektion 6 - Stangenhölzer fällen und richten
Lektion 7 - Stangen halbieren, Hölzer anflachen
Lektion 8 - Eintauchen, Einstechen
D
Von der alten Kanzel im Waldwinkel hat einer meiner Jagdfreunde vor fast 30 Jahren einen richtig guten Hirsch erlegt. Und das obwohl der Kanzelboden fast ebenerdig zur Umgebung liegt. Lange Zeit habe ich sie nicht beachtet, weil sie in dichten Schwarzdorn eingewachsen war. Als ich neulich das Gebräch der Sauen auf der Wiese direkt vor der Kanzel sah, habe ich mir die Kanzel doch mal ein wenig näher angesehen. Das Oberteil war noch gut, aber komplett von Mäusen besiedelt. Eine der Tragstangen war schon früher einmal angeschuht worden, ist aber noch stabil. Die Leiter tuts noch ein paar Jahre, wenn sie durch einen Mittelholm stabilisiert wird. Als erstes versah ich denn auch die Leiter mit einem Mittelholm. Jetzt kann man gefahrlos zur Kanzel aufsteigen. Die Bodenhöhe liegt bei knapp vier Metern, auch wenn das von Südwesten ganz anders aussieht. Der Boden ist noch gut, doch stört mich die Spannweite der Bodenhölzer von fast 120 cm. Das ist nichts für schwere Leute. Deshalb erhält der Boden einen neuen doppelten Unterzug. Der soll die Trittgewichte vor der Sitzbank aufnehmen, dort wo die Belastung des Kanzelbodens immer am größten ist. 3 Hölzer zu je 160 cm werden diese Aufgabe übernehmen. Ein Holz in der Mitte zwischen den Traghölzern links und rechts, eines vorne quer und eines hinten quer. Dann ist der Boden auch für Schwergewichte sicher. Um sie im inneren Kanzelgerüst anbringen zu können, muss ich dort über eine Alu-Leiter hingelangen. Das habe ich mir noch für diese Woche vorgenommen. Das Brüstungsbrett und die Halterung der Seitenscheibe sind vermorscht. Beide müssen ersetzt werden. Wenn dann die Kanzel noch vom Mäusedreck befreit ist und der Pirschweg angelegt ist, hat das Revier einen weiteren idyllischen und jagdlich viel versprechenden Ansitzplatz.
Aufstiegs-Sicherung für die Schlafkanzel In den letzten Tagen habe ich die alte Schlafkanzel saniert. Im Frühjahr hatte ich sie wieder auf feste Füße gestellt, indem ich rundum mit der Motorsäge die morschen Füße scheibchenweise kürzte und die Kanzel dabei nach und nach um einen knappen halben Meter absenkte. Jetzt waren Leiter und Podest dran. Die dicken Sprossen waren mir schon immer ein Dorn im Auge. Bei Nässe waren sie spiegelglatt. Dazu sind sie so dick, dass man sie nicht sicher umfassen konnte. Deshalb bezog ich die Kanzel nur, wenn die Sprossen trocken waren. Das ist jetzt besser. Die übernagelten Sprossen sind griffig und deutlich rauer und rutschsicherer. Ein Mittelholm und zwei Geländerstangen geben zusätzlich Halt und Sicherheit. Auch der Übergang zum Podest wurde mit griffigeren Stangen sicherer gestaltet. Wenn wieder einmal Zeit ist, erhält das Podest ein Dach und einen Außensitz für warme Jagdabende. Wer sitzt an lauen Abenden schon gerne in einer Kanzel?
Wäre ich nicht im Revier gewesen um die Kanzel zu sanieren, hätte ich diesen großen Kranichzug vermutlich nicht erlebt. Die Weiherwiesen-Kanzel Die große Kanzel in der Weiherwiese gehört seit schon seit Jahrzehnten zum Bild des gleichnamigen Revierteils. Mit einer Bodenhöhe von etwa 8 Metern ist sie die höchste Kanzel im Revier. Eine ihrer 4 Standstützen ist inzwischen gedoppelt, eine weitere ist auf den ersten beiden Metern angeschuht. Weil die Kanzel auf weichem Grund steht, war sie einseitig um etwa 30 cm eingesunken und drohte umzustürzen. Scheibchenweise habe ich mit der Motorsäge die Standstützen gekürzt, bis die Kanzel wieder im Lot stand. Inzwischen verlangt sie aber zwei neue Stützen, zwei neue Traghölzer für den Kanzelaufbau und eine neue Leiter. Die aufgesetzte Kanzel ist noch gut erhalten. Weil mein Herz so an der Kanzel hängt, denke ich, dass ich sie Schritt für Schritt, Stange für Stange und Sprosse für Sprosse vom Fuß auf saniere. Ich habe die Konstruktion ausführlich angesehen und fotografiert. Ich denke, eine Sanierung ist möglich. Sie sind eingeladen, die Sanierung zu verfolgen. |